Herz-OP Tagebuch

vor der OP von 18. - 20 April Voruntersuchungen im Herzzentrum München. (Herzkatheter links und rechts, Sonographie Oberbauch und Schlagadern Hals, Röntgen, usw.)

OP-Termin 07. Juni vereinbart. Vorher noch 2 Wochen Pfingst-Urlaub mit Familie in Italien.

Vor Urlaub noch zu allen Ärzten (HNO, Zahnarzt) und die Eigenblutspende im HZ-München.

Der Zahnarzt stellte fest, dass ein seit 28 Jahren überkronter Zahn eine Zyste hat und raus muß. Er selbst traute sich das nicht und schickte mich zum Kieferchirurgen nach Passau (60Km entfernt).

Termin eine Woche vor OP (30. Mai), also einen Tag nach Urlaub. Beim Rausreißen ist der Zahn zerbröselt und wurde nun rausgestemmt und gefräst. Dauerte über eine halbe Stunde und musste mit 4 Fäden genäht werden. Fäden werden am Freitag vor OP gezogen.

Montag dann zu OP per Bahn und ohne Familie. Abschiede mag ich nicht so.

Einen Tag vor der OP habe ich noch mit meiner Familie 7 cbm Brennholz eingeräumt. Das habe ich noch vor der OP bestellt, damit meine Familie es im Winter warm hat, wenn ich die OP nicht geschafft hätte.

 

die OP

06. Juni

ich kam wie im Brief vom Herzzentrum gewünscht dort gegen 10:30Uhr an. Leider war mein Bett noch nicht frei, weil derjenige noch auf seine OP wartete. Ich wurde in die Cafeteria geschickt. Dort kaufte ich mir noch einen großen Kaffee und eine Butterbreze.

Als ich wieder rauf kam, war mein Bett immer noch nicht frei. Ich wurde zum Röntgen und zum Ultraschall geschickt.

Dann endlich war mein Bett frei. Am selben Tag bekam ich auch noch Mittag und Abendessen.

Der Annestesist und der Operateur schauten noch vorbei und erklärten mir, dass sie von der Seite durch die Rippen reingehen und nicht durch das Brustbein. So hätte ich keine Narbe in der Mitte der Brust, sondern nur unter der Brust einen 8cm langen Schnitt. Diese Art wird nur bei sonst gesunden Menschen mit großem Brustkorb gemacht, da diese OP sehr schwierig ist und wird nur noch im HZ München als Standard durchgeführt.

Damit hatte ich eigentlich nicht gerechnet, sondern mit dem Aufschneiden des Brustbeines.

Am Abend wurde ich dann noch am ganzen Körper rasiert. Im Intimbereich mußte ich das selber machen und habe mich auch gleich ganz toll geschnitten.

Nach dem Abendessen noch eine Schlaftablette.

07. Juni OP-Tag

ich bekam gegen 6:30Uhr eine Spritze noch auf dem Zimmer in meinem Bett und wachte erst Abends wieder auf. Operateur war Dr. Augustin. Die OP verlief laut Bericht sehr gut. Meine Eigenblutspende wurde mir wieder gegeben - Fremdblut keines.

Mit dem Beatmungsschlauch hatte ich Probleme und kaute drauf rum, worauf die Schwester auf Intensiv ziemlich ärgerlich wurde. 2 Stunden später wurde er dann endlich gezogen. Wären meine Arme nicht festgebunden gewesen, hätte ich ihn schon lange vorher gezogen. Ich hatte immer das Gefühl zu ersticken mit dem Ding im Hals. Als ich dann auf die Uhr gegenüber an der Wand sah, war es 21:30Uhr.

Laut Dr. Augustin, der mich kurz auf Intensiv besuchte ging alles super.

Er hat auch meine Frau gegen 16 Uhr angerufen, dass mir die Klappe repariert wurde und auch 2 Haltefäden aus GoreTex und eine Ringverstärkung (Galloway-Ring - 30mm) eingenäht wurden. Leider ist die Innenseite meines rechten Beines ohne Gefühl. Dort wurde anscheinend beim Anschluss der Herz-Lungen-Maschine in der Leiste ein Hautnerv getrennt. Sollte sich aber in einiger Zeit wieder legen.

Auf der Intensivstation wurde ich auf die Seite gedreht, weil mein Bett neu überzogen werden mußte. Da kamen auf einmal zwei Schwestern, packten mich ohne Vorwarnung und drehten mich auf die Seite der Wunde um. Ich konnte kaum mehr einen Laut geben, weil es so weh tat. Dann sofort auf die andere Seite - Bett war neu bezogen. Das war brutal, aber vielleicht auch so notwendig. So konnte ich nicht nachdenken und vorher schon jammern.

08. Juni

Auf Station verlegt gegen Vormittag - Alles tut noch sehr weh und ich schlafe sehr viel.

09. Juni

Alles tut immer noch sehr weh, vor allem die Lungendrainage beim Sitzen und Aufstehen. Die rechte Lunge wollte sich wegen eines Pneumotorax nicht richtig entfalten (die Lunge wird beim Seitenzugang während der OP einfach zur Seite geklappt). Auf dieser Seite der Lunge hatte ich im Januar 2002 eine eitrige Lungenentzündung.

Die ganzen Zugänge in rechter und linker Hand, linker Handschlagader und der Halsschlagader (verzweigt auf 6 Zugänge zugleich) wurden ebenso wie der Urinkatheter heute nach der Visite entfernt. Dann kam endlich meine Beate zu Besuch. Gut das sie die ganzen Anschlüsse nicht mehr gesehen hat, mein Anblick allein reichte leicht aus, um sie zu schocken, weil ich eben im Sitzen keine Luft bekam. Als sie hereinkam musste ich gerade im Sitzen essen und röchelte wie ein Hund, wenn er schnell gerannt war, weil mit tief durchatmen war nichts. Das ging nur im Liegen.

10. Juni

jetzt geht es endlich aufwärts. Alleine auf die Toilette, wie ja gestern auch schon, nur einfach leichter. Erster Stuhlgang machte mich so fertig, dass ich dann eine Stunde schlafen musste. Am Abend wurde dann auch die Lungendrainage entfernt.

Meine Rippen spüre ich noch immer, als hätte mir Muhammad Ali einen Rippenschwinger gegeben.

11. Juni

mit dem Besuch schon zu Fuß in die Cafeteria im Erdgeschoß gegangen.

12. Juni

beim Spazierengehen im Herzzentrum hatte ich einen Schweißausbruch wegen der Anstrengung.
I
ch ging die Treppe von Erdgeschoß in den ersten mit Schwung mehrmals zu Fuß rauf, anstatt mit dem Aufzug.

13. Juni

Abschlussuntersuchungen. OP gut verlaufen. Klappe max. noch Stufe 1 undicht, was laut Aussage der Ärzte nichts macht. ( Muss man halt so glauben )

14. Juni - AHB

Verlegung in die AHB nach Bad Wiessee am Tegernsee.

http://www.medicalpark.de

Beim Herfahren sind wir durch einige Schlaglöcher gefallen, das meine Brustknochen sehr übel nahmen.
Starke Schmerzen und Stechen beim Atmen in der Brust (jeder Herzschlag löst einen Stich aus)

Bin dann gegen 17 Uhr zum Arzt gegangen - ein Kontroll-EKG zeigte jedoch nichts an, sodass man davon ausging, das dies von den Rippen kam, die sich ausrichteten.
Bin dann noch ca. eine Stunde langsam spazieren gegangen.

Mein Kardiologe sagte zu mir vor der OP ich müsste ca. 7 Tage im Krankenhaus bleiben. Damals dachte ich mir der spinnt. Nach so einer OP nur 7 Tage. Genau eine Woche nach der OP wurde ich auf AHB (REHA) gefahren.

15. Juni

voll im Anwendungsstress. Die Schmerzen von gestern sind wieder weg.

War heute ca. 3Km spazieren und habe mir Bier und Bildzeitung im Ort besorgt. Bier nur geholt, aber keins probiert.
Ich bekomme noch Heparinspritzen weil INR und Quick nicht zusammen passen.

Heute erstes Mal nach OP geduscht. Vorher alle Wunden mit wasserfestem Pflaster abgeklebt. Das war ein Genuss!!
Was mir hier am meisten fehlt, ist meine Familie!!!!

16. Juni

UKG sehr gute Arbeit. Wenn man von Undicht sprechen kann, dann nur minimalst. Ist laut Ärztin aber meist so und auch unvermeidbar. Im Herzbeutel ist kaum Wasser nachweisbar, was sehr gut ist.

Bei der Mitralklappe soll man sich mindestens 6 Monate voll schonen, aber im Urlaub faul am Strand liegen, dagegen ist nichts einzuwenden. Laut Physiotherapeuten dauert es ca. 4-5 Monate bis zur Vollast.

Mein rechtes Bein tut sehr weh. Anscheinend wacht es nach der Gefühllosigkeit wieder auf. Die Leiste tut auch sehr weh beim Gehen. Dort kommt auch Flüssigkeit aus der Wunde.

Außerdem habe ich Sehstörungen. Ich sehe weiße und bunte Kugeln, Blitze und Quadrate fliegen. Teilweise sind ganze Bildausschnitte leer. Laut Arzt ist dies fast normal, kommt von der HLM und der langen OP und legt sich nach einigen Wochen wieder.

17. Juni

Doktor findet bei der Blutabnahme nie Blut bei mir. Stochert meist mehrmals an verschiedenen Orten in mir rum bis ich überall einen Bluterguss habe.

Beim Belastungs-EKG heute 150W getreten. Blutdruck dabei bis 155/100 raufgegangen.  Nächste Woche darf ich ins Fitnesstudio. Dafür ist die Leiste um das Doppelte angeschwollen und tut saumäßig weh. Beim Leisten-Sono heute stellte die Ärztin eine 12cm lange und 3 cm breite Flüssigkeitsansammlung in meiner Leiste fest. Hier muss man einige Zeit abwarten und wenn sich nichts ändert, muss hier aufgeschnitten werden.

Der Neurologe meinte, dass in 4 Wochen das Beingefühl wieder da sein sollte, weil nur Nerven beleidigt sind.

Nachdem alles so gut läuft, gibt es heute ein Bier zur Belohnung. Hat zwar gut gerochen, aber eigentlich nicht so toll geschmeckt. Habe vorher den Doktor gefragt, ob ich Bier trinken darf.

18.Juni

Heute Blutabnahme, weil INR fast passt. Dann wäre endlich mit den Bauchspritzen Ruhe.

Ich kam rein, der Doc sah mich und sagte: "oh nein - sie zur Blutabnahme!".

Wir einigten uns drauf, es einmal zu versuchen - leider kamen nur 3 Tropfen Blut. Ein zweites Mal wollte er diesmal nicht stechen. Wir einigten uns drauf, die Bauchspritzen abzusetzen und ich bekam die Erlaubnis fürs hauseigene Fitnesstudio mit 75W. Blutabnahme dann nächste Woche Dienstag.

Bin heute 3 Stunden spazieren gegangen, um in der Bank etwas Geld zu holen, damit ich morgen meine Familie zum Essen einladen kann. Die Leiste schmerzt aber immer noch sehr stark. Kann nur weite Hosen anziehen, die nicht auf die Leiste drücken.

19. Juni

Endlich Besuch von Familie!!!

Super Tag - Sohn Alex (7) wäre sofort hier geblieben im Urlaub wie er sagt, mit mir. Meine Beate auch - aber für Alex ist es hier wie im Urlaub.

Er war mit Matthias (17) im ca. 17 Grad kaltem Tegernsee beim Baden. Wetter war super sonnig mit windigen sommerlichen Temperaturen.

20. Juni

voll im Training - Fußball - Ergometer - Ausdauertraining - dann noch selber eine Stunde in den Ort gegangen. Bin voll fertig.

21. Juni

Langzeit EKG zum zweiten Mal.

Heute war wieder Blutabnahme für INR-Bestimmung (Blutgerinnung).

Da der Doktor davor genau so viel Angst hat, wie ich, weil er nie eine Ader findet und meist mehrmals in beiden Armen stechen muss, habe ich ihn überredet in Zukunft den INR per CoaguCheck zu machen. Das ist ein tragbares Gerät und braucht nur einen Tropfen Blut aus der Fingerspitze. Er war sofort einverstanden und wir haben es auch gleich so gemacht - hat wunderbar geklappt.

Heute war ich zum ersten Mal im Fitnesstudio. Alle Geräteeinstellungen wurden auf Chipkarte gespeichert. Jetzt kann ich alleine gehen, da jedes Gerät die Karte verlangt und sich dann auf mich einstellt. (Größe, Abstand, Gewichte, Wiederholungen usw.)

Auch beim Nordic Walking war ich heute zum ersten Mal. Erst eine Einweisung, dann 1,5 Stunden bei 32Grad Hitze gehen.

Anschließend wieder zu den Leuten vom Langzeit EKG und alle Sensoren neu ankleben, weil sie wegen starken Schwitzen abgefallen sind. Die haben sich gefreut, wie ich total klitsch nass geschwitzt dort ankam, denn Duschen durfte ich ja nicht.

22. Juni

Habe mir heute eine Pulsuhr gekauft, um eine Warnung beim

überschreiten der HFmax zu erhalten. Derzeit liegt HFmax bei 115 Bpm. Habe vorher mit dem Doktor gesprochen, der auch dafür war, weil es bei zu starkem Training piepst.

23. Juni

100/70 Puls - 91,2 Kg - 1279 Kalorienverbrauch

Laut meiner neuen Pulsuhr habe ich heute bei insgesamt 3 1/2 Std. Sport 1279 cal. verbraucht - bin gespannt, ob man das auch am Gewicht merkt.

Am Abend bin ich noch zur Söllbachalm rauf marschiert. 1,5 Std

Heute ist es sehr warm gewesen (31C). Habe heute 3,5L getrunken.

24. Juni

100/65  91,1 Kg 1148 Kal.

Am Gewicht nichts gemerkt. Laut heutigem Leistenultraschall ist die Lymphdrüse um die Hälfte kleiner geworden - der Lymph-Stau löst sich langsam auf. Habe aber immer noch ziemlich Wasser in dem rechten Bein. INR 1,9 = laut Doc i.O.

Heute habe 1148 Cal. in 2:48 Std. verbraucht und 4,75L getrunken, weil es noch heißer war.

25. Juni

100/75  91,5 Kg  1308 Kal.

Heute habe ich beim Sport 1400Kal. verbraucht. Die Leistungsfähigkeit steigt von Tag zu Tag an. Wenn man bedenkt, dass ich erst vor 18 Tagen operiert wurde, ist das gigantisch. Meinem Bauch ist das aber relativ egal, er wird nicht kleiner. Habe immer noch, genau wie nach dem Krankenhaus 91 Kg.

Manchmal habe ich auch noch die Sehstörungen, die plötzlich auftreten. Dann fliegen weiße Kometen durchs Bild und ganze Teile fehlen oder haben Karomuster. Kommt laut Arzt immer seltener vor, bis sie ganz ausbleiben.

26 Juni

130/65  90,8Kg  1185Kal.

Endlich wieder Besuch von meinem Schatz und Sohn Alex.

Die freuen sich schon genau wie ich, dass ich nur noch eine Woche hier bleiben muss.

Schwiegereltern mit Freunden kamen zu Besuch mit meiner Familie.

Mein Schatz hat mir eine Flasche Rotwein mitgebracht - schmeckt auch schon wieder - leichtes Weißbier heute Mittag - es geht aufwärts!

Leider habe ich dann gegen 21:30Uhr noch den Doc gebraucht. Herzrasen, Schweißausbrüche, hohen Blutdruck,  usw. EKG zeigte nichts Ungewöhnliches an. Abhorchen auch nicht. Vom Wein konnte es nicht kommen sagte der Doc. Wahrscheinlich habe ich durch die große Hitze und den vielen schweißtreibenden Sport zu wenig Elektrolyte im Blut. Ich bekam sofort Magnesium und einen Betablocker - konnte dann gut schlafen. Am nächsten Morgen sollte ich wieder zum EKG und zur Blutabnahme. Es könnte auch Überlastung sein.

27. Juni

130/65  90,8Kg  1185Kal

Blutabnahme und EKG. EKG i.O. Muss heute beim Sport kürzer treten, weil man sich bei der Hitze (31 C) eben schnell überlasten kann. Bin heute auch total schlapp, was ebenfalls auf eine  Überlastung hindeutet. Alles was Hitze erzeugt, wie Rotlicht usw. wird vom Anwendungsplan gestrichen.

Muss jetzt jeden Tag einen Beutel Magnesium einnehmen.

28 Juni

130/75  90,4Kg  1022Kal

Soll es heute nochmals mit Rotwein probieren, hat der Doc gesagt. Werde ich tun. Mein Blut ist jedenfalls absolut i.O.

Die Beablocker abends kann ich wieder weglassen, auch das Magnesium, wenn ich mag.

29. Juni

120/75  90,7Kg  975Kal

Gestern Rotwein probiert - keine Probleme. Arzt hat auch gleich in der Visite danach gefragt. Hat es sich auch so gedacht. Durch den vielen Sport im Fitnesstudio bekomme ich Probleme mit meinen Gelenken. (Knie, Hüfte usw.)

30. Juni

120/80  90,4 Kg  1001Kal. 

UKG leichter Rückfluss. Kann man ohne Einschränkung gut damit leben, wurde mir gesagt. Sonst alles Bestens - kein Wasser im Herzbeutel und auch keins im Rippenfell mehr. Laut Doktor bei Visite ist der Rückfluss durch die Herzklappe sehr gering und macht nichts. Nachuntersuchung jedes Halbjahr, später jedes Jahr.

Seit heute ist die Schwellung in meiner Leiste auch zurückgegangen. Merkt man deutlich beim Gehen, weil es viel leichter und mit weniger Schmerzen geht.

Belastungs-EKG: bis 175W - Puls 135 - 165/70 Blutdruck - Alles Bestens

neuer Tainingspuls auf 120 erhöht.

01. Juli

100/80  90,7Kg  1631Kal. 

Bin heute ziemlich müde. Sind aber alle hier, weil es heute Nacht einen Wetterumschwung mit Dauerregen und Sturm gab. Auch meine Pumpe hat heute Nacht ziemliche Rythmusstörungen gemacht. Habe es aber ohne Betablocker geschafft. Einige andere Patienten sind im Schwesternzimmer auf Beobachtung - ein Anderer musste sogar mit dem Rettungswagen weggefahren werden.

Bei der Ergotherapie heute wurde wieder mal versucht, das Gefühl in meinem Oberschenkel wieder herzustellen. Dabei konnte man deutlich sehen, wo die Haut die Reize spürt und wo noch nicht, weil es mich leicht fror und mir die Haare aufgestellt hat. Die Haare standen aber nur an den Stellen des Oberschenkels, wo ich Gefühl habe, die anderen gefühllosen Stellen, blieben glatt. Hat ziemlich komisch ausgesehen.

02. Juli

110/80  91Kg  897Kal

Claudia und Sven zu Besuch.

Nur noch 2 Tage, dann endlich heim.

Kann jetzt schon ziemlich weit und schmerzfrei Spazierengehen. Die Schwellung in der Leiste wird immer kleiner. Allerdings ist immer noch Flüssigkeit im Bein, was man am Sockenrand sieht.

3. Juli

130/80  91,0Kg  1061Kal.

Kein Besuch - also ist Sport angesagt.

Morgens Fitnesstudio - anschließend noch eine kleine Bergrunde über 1 1/4 Std.

Nachmittag wegen dem schönen Wetter auf Liege im Park.

04. Juli

100/80  90,6Kg  1419Kal

wieder volles Programm.

Koffer packen und Behandlungspläne abgeben.

05. Juli

endlich nach Hause

Sonstige Punkte:

- Bogenschießen frühestens wieder in ein bis zwei Jahren - werde ich aufhören. Mache dafür lieber Ausdauersportarten und gehe ins Fitnesstudio.

- Motorradfahren - solange ich Marcumar nehme zu gefährlich. Werde ich auch meiner Frau zu liebe aufhören und verkaufen. Werde mir dafür ein kleines Auto leisten.

- am Besten sind Ausdauersportarten wie:

Radfahren, Skilanglauf, Bergwandern (im ersten Jahr nicht über 2500m!!) nach Marcumar auch Inlinern und Mountainbiking

- Schwimmen - nach AHB - langsam ausprobieren, wegen evtl. auftretender Rythmusstörungen!!

- Autofahren - o.K.

- Urlaub Mitte August - o.K.

- wenn ich dies nicht sofort aufgeschrieben hätte, wüsste ich dies Alles nicht mehr. Man glaubt kaum, wie das Gehirn unter so einer OP leidet.

Auch jetzt, so 4 Wochen nach der OP weiß ich im Fitnesstudio oft nicht mehr, wie oft ich eine Übung schon wiederholt habe, wenn Jemand dazwischen mit mir spricht.

Ergometerwerte:

DatumWatt                HF0    HF15Min       Blutdr.

20.06   50                   93        101                 121/69

22.06   50/75              96        109                 132/72

23.06   50                   88        102                 123/89

24.06   75/99              96        115                 111/67

27.06   90/69              103      115                 112/73

28.06   90                   87        106                 112/73

29.06   90/100            78        111                 110/76

01.07   100/82            100      118                 132/75

04.07   100/120          88        116                 122/77

05.07   Heimreise - AHB zu Ende

 

zu Hause

Als ich nach Hause kam, war schon gegrillt. Auch eine 5 L Dose Bier stand für mich und meine Besucher schon bereit. Ich habe allerdings nur ein kleines Glas getrunken.

Die gegrillten Wammerl schmeckten allerdings sehr gut.

Weitere Besucher kamen im Laufe der nächsten Woche.

08. Juli

Autofahren, Radlfahren usw. geht schon wieder. Habe mein Rennrad wieder aktiviert und werde demnächst damit eine Runde drehen.

09. Juli

War heute mit dem Rad am Friedhof und bin dann noch über Erlach zum Schulfest gefahren. ( 5Km)

11.Juli

Heute geht es mir schlecht. Ab 3 Uhr morgens hatte ich Schweißausbrüche mit Rythmusstörungen. Vielleicht lag es an dem Fleischsalat, den ich noch gegen 21 Uhr gegessen hatte, der stößt mir dauernd auf.

Nach dem das Herz auch ziemlich schnell war und der Blutdruck auch etwas erhöht war, habe ich gegen 3 Uhr einen Betablocker genommen. Gegen 4 Uhr hat sich dann alles einigermaßen beruhigt und ich konnte schlafen. Gegen 6 Uhr läutete der Wecker, weil die Kinder in die Schule mussten. Nun bin ich ziemlich müde und hänge so rum. Auch den ganzen Vormittag hatte ich noch Rythmusstörungen. Habe dann noch Magnesium eingenommen. Der Darm macht immer so komische Geräusche. Muß wohl irgendwo am Essen gelegen haben.

12. Juli

Lymphdrainage im Krankenhaus. Schwellung in der Leiste ist immer noch vorhanden.

26. Juli

Heute Nacht war schwitzen und Herzrasen angesagt. Warum weiß ich nicht. Morgens nach Einnahme von der normalen Dosis Betablockern war es wieder normal.

28. Juli

Habe die Grippe erwischt. Mitten im Sommer. Mit eitrigen Mandeln, Husten und Schnupfen.
Zur Vorsorge hat mir der Arzt Antibiotika verordnet.

30. Juli

Immer noch furchtbare Halsschmerzen. So stark weiß ich die noch nie. Total fertig. Wollten eigentlich heute zu Besuch mit dem Wohnmobil wegfahren, aber geht nicht, Hals tut zu weh.

Die Schwellung in der Leiste ist immer noch vorhanden, wird mit Wassertabletten jetzt aber kleiner - schaut zumindest so aus.

05. August

Immer noch kann ich kaum sprechen, bin total heiser. Leistenschwellung noch da.
Mein Hausarzt hat mir jeden Sport verboten, damit die Schwellung abklingt. Hoffe es hilft was, sonst weitere OP. Im Bein noch immer kein Gefühl.

11. August (im Anschluss an die Krankenzeit ab jetzt noch Urlaub genommen)

Ab in den Urlaub. Wir fahren morgens gegen 4 Uhr ab nach Italien. Bin schon total aufgeregt, wie ich das Fahren mit dem Wohnmobil verkrafte.
Alle meine Freunde haben Bedenken, dass ich schon 9 Wochen nach der OP nach Italien in Urlaub fahre. Aber da ich auf dem Land wohne und 120km von München, wo ich operiert wurde, weg bin, habe ich meiner Meinung nach in Italien eine gleich gute, wenn nicht bessere medizinische Notfallversorgung wie bei mir zu Hause.

12. August

War es doch ein Fehler zu fahren. Brust schmerzt leicht und sticht. Nachts dann Schwitzen und hoher Puls. Nehme zusätzlichen Betablocker. Nach einer Stunde ist alles wieder im gewohnten Bereich. Was hier am schlimmsten ist, das man sich da in was reinsteigert. Bin aber ruhig geblieben. Kenne meinen Körper mittlerweile doch recht gut, wann es Handlungsbedarf gibt und wann nicht.

13. August

Die Schmerzen sind anscheinend ein Muskelkater vom Lenken im Wohnmobil, weil dieses noch ohne Servolenkung ist. Sonst alles normal.

15. August

War Muskelkater. Jetzt ist alles weg und völlig normal. Bin wieder die Ruhe selbst.

29. August

Leider fahren wir heute wieder nach Hause. Der Urlaub hat mir gut getan und die Leistenschwellung ist auch vollkommen weg. Nur Gefühl im Oberschenkel habe ich noch keines. Hoffe es kommt auch noch.

Ich bin im Urlaub zum Einkaufen mit dem Fahrrad gefahren. Meist dreimal die Woche zum Supermarkt (6km) außerhalb des Campingplatzes und voll beladen mit Rucksack wieder zurück.

Alles ohne Probleme. Man muss sich nur trauen.

30. August

Wieder in der Arbeit und gleich Vollzeit. Da ich eine meist sitzende Tätigkeit habe, habe ich gleich wieder voll angepackt.

Bin aber Abends fix und fertig. Schlafe vor dem Fernseher ein, was sonst nie war.

20. September

Habe mich mittlerweile an die Arbeit wieder gewohnt. ( muß ich, hilft Nichts )

Bei Wetterumschwüngen habe ich meine Probleme mit leichten Rythmusstörungen und erhöhter Herzfrequenz. Manchmal auch noch Schwindel dabei. Vor allem bei Föhn. Ist eine besondere Wetterlage in Alpennähe. (zur Erklärung für alle Nordlichter) Das ist es dann überall schlecht Wetter, nur bei uns noch nicht.

Manchmal habe ich auch noch Sehstörungen, die aber wirklich sehr seltener geworden sind.

Genußmittel, wie Kaffee, Bier, Wein haben keinen Einfluß, solange man Alles in Maßen genießt. Am Besten man greift zu leichtem Bier oder man beschränkt sich auf ein Glas Wein. Schnaps meide ich direkt, habe ich aber auch früher nie gemocht.

Abends viel Essen, nach 20 Uhr habe ich mir aufgehört, weil ich dann kaum mehr schlafen kann und im Bett schwitze. (Ist ja auch gesünder nichts mehr zu essen)

28. September

Erste Untersuchung beim Kardiologen. Alles Bestens - Herz wieder normale Größe - Herzwand noch etwas verdickt, was sich aber auch legen wird.

Januar 2006

Ski-Langlaufen, Nordic-Walking und am Wochenende auch Winterwanderung mit Schneeschuhen - alles kein Problem - schaue immer darauf, dass der Puls nie lange über den vom Kardiologen vorgegebenen Bereich von HF max 120 geht.

Jetzt werden noch die Betablocker abgesetzt. Die Dosis wurde vor Weihnachten halbiert und wird jetzt abgesetzt.

Im Bein immer noch kein Gefühl. - Rythmusstörungen manchmal - Sehstörungen auch noch hin und wieder.

April 2006 - Kontrolluntersuchung für statistische Zwecke im Herzzentrum München
(Forschungseingang - keine Wartezeit!!!!!)

Hier wurde ich sage und schreibe 1,5 Stunden untersucht. Mein Herz wurde in allen Lagen komplett vermessen und getestet.

Ergebnis: Sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Keine Einschränkungen beim Sport und in der Leistung. Nur Bogenschießen darf ich weiter noch nicht, weil dies mit Pressatmung verbunden ist.

Juni 2006

Jährlicher Check beim Kardiologen. Alles zufriedenstellend und in Ordnung. Ab jetzt nur noch jährliche Kontrollen nötig.

August 2007

Jährlicher Check beim Kardiologen. Alles soweit zufriedenstellend und in Ordnung. Ergometer 250 Watt für eine Minute gefahren. Puls 157 - Blutdruck 160 / 85.

Da die Klappe leicht undicht ist und sich bei meiner immer noch hohen Ruhefrequenz das Ganze noch weiter aufschaukeln und evtl. verschlechtern könnte (mehr undicht und wieder Erweiterung der linken Kammer und des Vorhofes), empfahl mir der Kardiologe wieder einen leichten Betablocker zu nehmen. Nächste Untersuchung in einem Jahr.

Juni 2008

Jährlicher Check beim Kardiologen. Alles soweit zufriedenstellend und in Ordnung. Sehr zufrieden mit bisherigem Verlauf. Blutdruck 120 / 75.

Habe wieder für ein Jahr die HU bestanden.

Nächste Untersuchung in einem Jahr.

Inzwischen habe ich auch wieder mit dem Bogenschießen angefangen, da mir bisher keiner der Ärzte sagen konnte, ob es gut ist oder nicht. Mein Internist meinte ich solle einfach anfangen. Ich merke schon selber, was mir gut tut und was ich lassen soll. Er hatte recht.

Juni 2009

Jährlicher Check beim Kardiologen. Alles soweit zufriedenstellend und in Ordnung. Blutdruck 120 / 75.

Da mein Blutdruck normal ist, bekomme ich jetzt keinen Betablocker mehr, sondern ein Medikament (Procoralan), dass die Herzfrequenz verlangsamt, ohne auf den Blutdruck einen Einfluß zu haben.

Habe wieder für ein Jahr die HU bestanden.

Juli 2010

Ergebnis sehr zufriedenstellend. Normale Herzfunktion, Blutdruck wie immer normal 120 / 70, Herzfrequenz auch normal, sodaß wir im Herbst die Tabletten reduzieren bzw. ganz weglassen können. Erst halbieren wir die Menge, dann Langzeit EKG zur Kontrolle.

Mache seit einem halben Jahr Kampfsport, was sich sehr gut auf mein Herz und Allgemeinbefinden ausgewirkt hat.

Das Training ist zwar sehr anstrengend, aber hat meinem Herz in keiner Weise geschadet, eher sogar gut getan laut meinem Kardiologen.

Die Ergebnisse von EKG, Ultraschall und Blutdruckmessung waren so gut, dass er auf ein Belastungs-EKG komplett verzichtet hat.

Nächste Untersuchung in einem Jahr.

 

Bei weiteren Fragen stehe ich gern zur Verfügung - einfach anfragen.

Viele Grüße

Jürgen